Ausstellungen 

Sues 1956

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Sues 1956

7. Oktober 2016 – 26. Februar 2017
Dienstag – Sonntag | 10-18 Uhr

Am 26. Juli 1956 verkündete der ägyptische Präsident Gamāl Abd al-Nāṣer Ḥusayn (Nasser), Führer der nationalistischen Bewegung Ägyptens, vor einer jubelnden Menge in Alexandria, die Verstaatlichung der Sueskanal-Gesellschaft, Symbol des britischen Empire im Mittleren Osten.

Die englische Regierung unter Anthony Eden entschloss sich, im Bestreben sich diesem Entschluss zu widersetzen, zu einem militärischen Einsatz mit der Unterstützung Frankreichs und Israels. 400 israelische Fallschirmjäger besetzten daraufhin einige strategisch wichtige Positionen auf der ägyptischen Sinaihalbinsel und provozierten so die Reaktion Ägyptens. Die französischen-englischen Luftstreitkräfte zerstörten am Boden einen Großteil der ägyptischen Luftwaffe.
Auf Initiative der USA hin, die Vereinigten Staaten waren nicht von der französisch-englischen Intervention informiert worden, forderte die UNO Ägypten und Israel dazu auf, die Waffen schweigen zu lassen und beschloss gleichzeitig UNO-Friedenstruppen zu entsenden.

Auf der Suche nach einem entscheidenden Ergebnis, starteten Frankreich und Großbritannien eine Offensive gegen Port Sa’id und konnten daraufhin den Kanalbereich besetzen.
Die Lage spitzte sich immer mehr zu. Die UdSSR, die zur gleichen Zeit den ungarischen Volksaufstand blutig niederschlug, drohte mit einer Intervention auf Seiten Ägyptens. Die Vereinigten Staaten, die eine direkte Auseinandersetzung mit Moskau vermeiden wollten, zwangen schließlich England den Rückzug einzuschlagen.
Während Israel sich aus dem Sinai, dem Gazastreifen und Scharm El-Scheich zurückzog, zogen sich die Engländer vom Sueskanal zurück.

Die Sueskrise verdeutlichte den unaufhaltsamen Niedergang Großbritanniens auf der politischen Weltbühne und unterstrich die Dominanz der beiden Blöcke. Die Vereinigten Staaten konsolidierten ihre Rolle als Schutzmacht im Mittleren Osten und identifizierten sich immer mehr mit der Politik Israels.  Die Sowjetunion konnte sich dagegen als Paladin der arabischen Welt in Szene setzen.

Die ausgestellten Bilder stammen aus dem Foto-Archiv des Italienischen Historischen Kriegsmuseums.