Ausstellungen 

Frauen im Krieg

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Frauen im Krieg

10. Oktober 2015 – 24. Januar 2016
Dienstag – Sonntag  | 10-18 Uhr

Man kann den Ersten Weltkrieg nicht verstehen, wenn man nicht auch die weibliche Komponente der damaligen Gesellschaft mit in Betracht zieht. Die Frauen wurden mobilisiert, um den Mangel an männlichen Arbeitskräften auszugleichen und um die Moral der Soldaten zu heben. Sie hatten zudem aber auch den Familienhaushalt zu führen. Ein Teil füllte diese vorgegebene Rolle aus und akzeptierte den Krieg wie eine plötzlich hereingebrochene Naturkatastrophe, andere äußerten ihre Missgunst in Protestveranstaltungen. Es gab aber auch Frauen, die die Kriegsziele offen unterstützten. Neben den von den Frauen allein auszufüllenden Rollen und der Last der Ereignisse, die sie zu tragen hatten, war allen gemeinsam, dass ihnen mehr Verantwortung zu teil wurde.
Die vorgestellten Fotografien zeigen Frauen im vom Krieg gezeichneten Alltagsszenen (auf sich gestellte Ehefrauen oder Mütter, Flüchtlinge, Witwen). Zu sehen sind sie bei der Verrichtung alter und neuer Tätigkeiten, teilweise in schwierigen, aber sozial anerkannten Berufsbildern, wie dem der Krankenschwester.
Einige Bilder vermitteln aber auch die Botschaft, dass man am Leben ist, versuchen die weitentfernten Verwandten zu beruhigen. Andere halten einmalige Augenblicke fest oder zeugen von besonderen Ereignissen. Männer treten in diesen Aufnahmen fast immer in Uniform auf, während die Frauen in vorher nicht bekannten, aber ebenso kriegsentscheidenden Rollen zu sehen sind.
Hundert Jahre nach diesen Ereignissen kann man die Bedeutung bemessen, die diesen vom Krieg ausgelösten Veränderungen als Etappe im Emanzipationsprozess der Frauen in der italienischen Gesellschaft beikommt. Ein schwieriger und kontrastreicher Weg, der über Jahrzehnte andauern soll.