Ausstellungen 

Alpini an der Front

SHARE

Alpini an der Front
Aufnahmen aus dem Fotoarchiv des Italienischen Historischen Kriegsmuseums

10. März – 8. Juli 2018
von dienstags bis sonntags | 10-18 Uhr

Anhand von Aufnahmen aus dem Fotoarchiv unseres Museums, werden einige der wichtigsten Schauplätze vorgestellt, an denen die Alpini zwischen 1915 und 1918 gekämpft haben: vom Ortler bis zum Adamello, vom Ortigara bis zu den Tofane, vom karnischen Hauptkamm bis zum Krn.
Ein Rundgang in Bildern, unterlegt mit persönlichen Zeugnissen aus Tagebüchern und Briefen der Soldaten.

Die ersten Alpini Einheiten wurden 1872 aufgestellt und waren dazu bestimmt, die nördliche Grenze des Königreichs Italien abzusichern. Eine Besonderheit dieser Einheiten lag von Anfang an darin, dass sie jeweils nur Soldaten aus einem Rekrutierungsbezirk einzogen. Während die italienischen Infanterieeinheiten Männer aus verschiedensten Regionen rekrutierten, setzten sich die Alpini Bataillone aus Soldaten von Rekrutierungsbezirken zusammen, die in den italienischen Alpen, Voralpen und mit einigen Ausnahmen auch aus dem Apennin stammten, so dass bei den Rekruten eine territoriale Verbundenheit mit der Einheit bestand. Von entscheidender Bedeutung war, dass die Soldaten die Gegend und die natürlichen und klimatischen Bedingungen der Einsatzgebiete bestens kannten. Dies hatte nicht nur positiven Einfluss auf die Kampfkraft, sondern förderte auch den Korpsgeist unter den Soldaten. Letzterer war die Grundlage für die „Mythenbildung“ mit der die Alpini in die italienische Militärgeschichte eingegangen sind.

Vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges gab es 26 Alpini Bataillone, denen 24 Gebirgsartilleriebatterien zur Seite gestellt waren. Bereits 1915 waren die Zahl der Bataillone auf 52 angewachsen, 1916 stieg deren Anzahl auf 78 und 1917 auf 85 Bataillone, denen wiederum 75 Gebirgsartilleriebatterien und 75 Tragtierbatterien zur Seite standen. 1918 sank deren Anzahl nach der Niederlage bei Karfreit und dem chaotischen Rückzug der italienischen Truppen auf 58 Bataillone, denen noch 3 Skifahrer-Bataillone hinzugerechnet werden müssen.
Bis 1917 kämpfte man überwiegend im gebirgigen Terrain auf einer Frontlänge von mehreren hundert Kilometern. Diese konnte nicht ausschließlich mit Gebirgstruppen besetzt werden und es war deshalb nötig, den Alpini Infanterieregimenter an die Seite zu stellen, deren Soldaten so gut wie keine Erfahrung mit den extremen Bedingungen im Gebirge hatten.