MOSTRE TEMPORANEE 

Standschützen an der Tiroler Front 1915-1918

CONDIVIDI

Standschützen an der Tiroler Front 1915-1918

4. October 2018 – 10. Februar 2019
dienstags bis sonntags | 10-18 Uhr

 

Als im Mai 1915 sich die Front mit Italien eröffnete, stand Österreich-Ungarn bereits seit zehn Monaten im Krieg und hatte an der Front in Serbien und in Russland eine Million Soldaten an Toten, Verwundeten, Vermissten und Kriegsgefangenen verloren.

Um die neue dritte Front mit Truppen besetzen zu können, wurde in der Habsburgermonarchie das Einberufungsalter auf 18 bis 50 Jahre ausgeweitet und Deutschland um Hilfe gebeten, das im Juni 1915 das Alpenkorps entsandte. Für die Tiroler Front wurden auch die Standschützen einberufen. Diese Tiroler Landesmiliz bestand aus über fünfzigjährigen Männern und aus Jugendlichen, die noch nicht das achtzehnjährige Lebensjahr erreicht hatten, und Mitglieder der Tiroler und Voralberger Schützenvereine waren.

Trotz der weit unterlegen Truppenstärke gegenüber den italienischen Kräften, hielten die Standschützen und die wenigen Marschbataillone sowie die Besatzungen der Grenzbefestigungen die Front bis zum Herbst 1915, als die Kaiserjäger- und Landesschützenregimenter von Galizien nach Tirol verlegt wurden und die Truppen des Deutschen Alpenkorps ablösten.

Auch wenn die Front in Tirol keine Hauptfront war, stellte der Gebirgskrieg für die Soldaten eine enorme Herausforderung dar: Erfrierungen und Lawinen waren wesentlich mitentscheidend für Ausfälle an Toten, Verletzen und Kranken.

Im Laufe der Zeit nahm die Anzahl der Standschützen ab: neben Verlusten wurden die Jungen zum Teil für militärisch wichtige Arbeiten abgezogen oder wenn sie das Einberufungsalter erreicht hatten, zu den regulären Truppen versetzt, während die Alten zu Arbeiten im Fronthinterland abgezogen oder aus dem Dienst entlassen wurden.

Die seltenen und zum Teil bislang unveröffentlichten Aufnahmen, sind zwischen 1915 und 1918 im Frontgebiet zwischen den Sextener Dolomiten, dem Fassatal, dem Lagorai und Lagertal entstanden. Zu sehen sind Szenen aus dem Alltag und dem Leben im Schützengraben der Standschützenbataillone Innsbruck, Enneberg, Bozen, Kufstein, Brixen, Meran, Landeck, Nauders-Ried und Reutte.

Die Bilder stammen aus privaten Archiven und Sammlungen, die dem Museum freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden.